100% Lokal steuern: Maxxicharge V2+ mit MQTT & Home Assistant

Ein Balkonkraftwerk- bzw. Nachrüst-Speicher ist für mich vor allem dann spannend, wenn ich ihn nicht nur über eine App nutze, sondern seine Werte auch lokal in Home Assistant sehe. Genau das habe ich mit dem MaxxiCharge V2+ von Maxxisun ausprobiert: 5 kWh Speicher, eine CCU V2+ als Steuereinheit und eine MQTT-Anbindung für Home Assistant.

Video: https://youtu.be/J19ThBrXNyo

Transparenzhinweis: Maxxisun hat mir das Gerät für den Test zur Verfügung gestellt. Meine Einschätzung und die gezeigten Messwerte stammen aus meinem eigenen Testbetrieb.

Mein Testsystem: CCU V2+ und 5-kWh-Speicher

Das System besteht aus der CCU V2+ als Steuereinheit und dem Batterieblock mit 5 kWh. Im Alltag auffällig: Der Speicherblock ist mit knapp 50 Kilogramm kein Leichtgewicht. Praktisch sind deshalb die Tragegriffe auf beiden Seiten.

An der CCU finden sich unter anderem der Anschluss fürs Hausnetz, eine USV-Funktion, Anschlüsse für PV-Module und weitere Batterien sowie Netzwerk und WLAN. Laut Hersteller ist die CCU V2+ nach IP65 geschützt. Für die 2.300-W-Funktion gibt es die kostenpflichtige Freischaltung ready2plugin.

Einrichtung und lokaler Betrieb

Die Grundeinrichtung lief bei mir über die App: Batterieblock aufstellen, CCU aufsetzen, per Bluetooth verbinden und anschließend ins WLAN bringen.

Für den lokalen Betrieb ist der Offline-Modus interessant. Über das Display führt der Weg über das Maxxisun-Symbol zu Einstellungen → Wartung → Offline-Modus. Mit aktiviertem Offline-Modus arbeitet das System laut Anzeige lokal.

Beim Lademodus ist die Bezeichnung etwas missverständlich: Die Einstellung „Ohne“ steht im gezeigten Stand für Überschussladen. Damit regelt einen Smart Meter die Einspeisung in die Batterie, wenn genug PV Energie produziert wird bzw. entnimmt der Batterie Energie wenn die Sonnenkraft nachlässt und das Haus mehr Energie benötigt.

MaxxiCharge per MQTT in Home Assistant einbinden

Der wichtigste Punkt für mein Smart Home ist die lokale MQTT-Anbindung. In der Smart-Home-Integration des Geräts wird die Adresse des eigenen MQTT-Brokers hinterlegt. In meinem Fall läuft der Mosquitto Broker auf meinem Home-Assistant-Server.

Danach taucht die CCU2+ in Home Assistant automatisch als MQTT-Gerät auf. MQTT ist dabei ein leichtgewichtiges Publish-/Subscribe-Protokoll für Gerätekommunikation; Home Assistant unterstützt die Einrichtung über seine offizielle MQTT-Integration.

Unter andem stehen folgende Entiäten zur Verfügung:

  • Lade- und Entladeleistung
  • geladene und abgegebene Energie
  • Temperatur und weitere Entitätswerte
  • Netzbezug und Netzeinspeisung
  • Lade- und Entladestrategien sowie Grenzwerte

Das ist für mich der große Vorteil: Die Daten liegen nicht nur in einer Hersteller-App, sondern können im eigenen Dashboard, in Statistiken und in Automationen weiterverwendet werden.

Wirkungsgrad: Was kam in meinem Test an?

Für die Einordnung habe ich die Energiezähler im Gerät betrachtet. Im Test waren rund 47 kWh in die Batterie geflossen, davon kamen knapp 44 kWh an. Das entspricht einem Lade-Wirkungsgrad von ungefähr 93 Prozent.

Auf der Entladeseite hatte die Batterie rund 43 kWh abgegeben, im Hausnetz kamen etwa 38,5 kWh an. Daraus ergibt sich für meinen Test eine Verlustleistung von ungefähr zehn Prozent auf der Ausgangsseite. Rechnet man beide Richtungen zusammen, sollte man rund 17 Prozent Systemverlust einkalkulieren. Das ist besonders relevant, wenn du mit dynamischen Stromtarifen rechnest.

Energy Dashboard in Home Assistant

Die gelieferten Energiezähler lassen sich direkt im Home-Assistant-Energy-Dashboard verwenden. Dort hinterlegst du bei deinem Heimspeicher die Entitäten für Battery Charging Energy und Discharging Energy. Ergänzend können Lade- und Entladeleistung, Ladezustand sowie Batteriekapazität eingebunden werden.

Nullregelung im Praxistest

Maxxisun wirbt damit, dass die interne Regelung schnell auf Ereignisse reagiert. In meinem Test habe ich deshalb zwei Bedarfsspitzen in den Daten angesehen.

Bei einem Beispiel dauerte es ungefähr 15 Sekunden, bis der Speicher vollständig hochgeregelt hatte. In einem zweiten Beispiel war die Gegenregelung bereits nach etwa drei Sekunden sichtbar. Das ist keine professionelle Labormessung, sondern eine Beobachtung aus meinem laufenden Testbetrieb. Sie zeigt aber, dass das System gegen Netzbezug arbeitet und sich danach einpendelt.

2.300 W mit ready2plugin

Mit ready2plugin lässt sich die 800-Watt-Grenze überschreiten. Im Video zeige ich Verbrauchsspitzen von deutlich über 800 Watt, bei denen das System die gewünschte Leistung geliefert hat. Das Feature ist allerdings nicht automatisch enthalten: Die Freischaltung kostet 179€ zusätzlich.

Nicht getestet habe ich den Voltage Boost und den parallelen Betrieb mehrerer Geräte, weil mein Testaufbau mit einer bestehenden Dach-PV-Anlage arbeitet und nicht mit direkt angeschlossenen PV-Modulen.

Preis, Rabattcode und mein Fazit

Preise und Aktionen ändern sich. Prüfe deshalb vor einem Kauf immer die aktuelle Konfiguration beim Hersteller. Bis zum 10. November 2026 gibt es mit meinem Code 300 Euro Rabatt:

TRISTANSSMARTESHEIM300

Link zum Shop: https://maxxisun.de/produkt/maxxicharge-v2plus-balkonkraftwerk-konfigurator/

Mein Eindruck nach dem Test: Die Hardware wirkt solide und durchdacht. Besonders interessant finde ich die Kombination aus lokalem Betrieb, MQTT und der nativen Einbindung in Home Assistant. Das macht die vielen Sensorwerte transparent und nutzbar.

Kritisch sehe ich den im Vergleich höheren Preis und dass die 2.300-W-Freischaltung extra bezahlt werden muss. Wenn dir lokale Daten, Home Assistant und flexible Nutzung wichtiger sind als der niedrigste Preis, ist der MaxxiCharge V2+ aber ein spannender Speicher.


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