Der Anthbot N8 RTK ist einer dieser Mähroboter, die schon auf dem Papier sofort aus der Reihe fallen. Statt sich nur auf klassisches Mähen und Mulchen zu konzentrieren, bringt er zusätzlich einen Fangkorb mit und möchte damit nicht nur Rasen kürzen, sondern auch Schnittgut, Laub und andere Gartenreste aufnehmen. Genau dieser Ansatz macht das Gerät spannend, denn damit zielt ANTHBOT nicht nur auf den typischen Mähroboter-Einsatz, sondern auf eine deutlich speziellere Nische im Garten.
In meinem Praxistest wollte ich deshalb vor allem herausfinden, ob dieses Konzept im Alltag wirklich funktioniert. Kann der N8 sinnvoll kartieren, sauber navigieren und mit seinem Fangkorb mehr sein als nur ein Marketing-Gag? Wie schlägt er sich an Rändern, bei Hindernissen und auf Flächen, die nicht perfekt gerade oder aufgeräumt sind? Und vor allem: Für wen ist dieses Gerät überhaupt gedacht?
Hier geht es zum Video: https://youtu.be/CQ5NrrrSGQ8
Das Grundkonzept des ANTHBOT N8
Der ANTHBOT N8 RTK setzt auf kabellose Navigation per RTK und kommt damit ohne Begrenzungsdraht aus. Je nach Markt- und Modellvariante wird der N8 mit Funktionen wie Dual Vision, 4G und einer 4-in-1-Ausrichtung beworben, bei der Mähen, Mulchen, Sammeln und Laubentfernung zusammenkommen. Besonders auffällig ist dabei der integrierte 23-Liter-Fangkorb, der den Roboter stärker in Richtung Gartensäuberung als viele klassische Mähroboter positioniert.
Genau das macht den Reiz aus. Während viele Geräte auf dem Markt vor allem den Rasen möglichst oft und möglichst unauffällig kürzen sollen, versucht der N8 einen Schritt weiterzugehen. Er möchte nicht nur mähen, sondern das Schnittgut direkt aufnehmen und damit gerade bei größeren Flächen oder bei saisonalem Laubfall einen echten Mehrwert liefern.
Aufbau und Ausstattung
Optisch bleibt ANTHBOT seiner bekannten Designsprache treu, setzt beim N8 aber auf einige wichtige Unterschiede. Auf der Vorderseite sitzt die Kamera für die Hinderniserkennung, oben fällt die RTK-Einheit ins Auge und an der Seite findet sich das Bedientableau mit Regensensor und Sicherheitsstift. Der Stift ist dabei nicht nur ein Detail, sondern ein wichtiges Sicherheitselement, denn ohne ihn lässt sich der Roboter nicht einfach weiter betreiben.
Die größte Besonderheit sitzt allerdings auf der Rückseite: Dort wird der Fangkorb angebracht. Zusätzlich gibt es einen anderen Korb beziehungsweise Aufsatz für den Mulchbetrieb, sodass der Roboter je nach Einsatzszenario umgebaut werden kann. Von unten ist außerdem zu erkennen, dass die Bauweise auf Stabilität ausgelegt ist, denn die Räder und der auslaufbare Akku wirken robust und ordentlich integriert.
Einrichtung der Basisstation
Der Aufbau startet mit der Basisstation und der RTK-Antenne. Die Antenne muss frei stehen, damit der Roboter später zuverlässig mit Satelliten arbeiten kann. Das ist bei RTK-Geräten ein zentraler Punkt, denn ohne freie Sicht nach oben wird die Navigation schnell ungenauer oder instabil.
Nach der Montage wird die Station mit Strom verbunden und der Fangkorb am Gerät installiert. Anschließend wird der Roboter in die Station gestellt und die Initialisierung läuft an. Danach folgt die Einbindung in die App, wobei die Basisstation WLAN-Empfang haben muss. Das Setup läuft dann über die Gerätesuche, Bluetooth-Kopplung und das anschließende Verbinden mit dem Heimnetzwerk.
Kartierung und Zonen
Wie bei vielen kabellosen Mährobotern ist die Kartierung der entscheidende Moment. Erst wenn der Garten sauber eingelernt ist, kann das System sinnvoll arbeiten. Beim Anthbot N8 wird der Rand des Gartens einmal manuell mit den Joysticks in der App abgefahren, damit die Fläche eingemessen wird. Das funktioniert grundsätzlich nachvollziehbar, verlangt aber etwas Geduld und Aufmerksamkeit.
Interessant wird es danach mit dem Abladebereich. Denn das gesammelte Schnittgut muss später irgendwo abgelegt werden, und genau dafür wird in der App eine eigene Zone definiert. Zusätzlich lassen sich Sperrzonen anlegen, etwa um einen Baum mitten auf dem Rasen herum. Das zeigt, dass der N8 nicht einfach nur mäht, sondern tatsächlich als System mit Sammel- und Entleerlogik gedacht ist.
Mähen, Sammeln und Mulchen im Alltag
Im Mäheinsatz zieht der Anthbot N8 seine Bahnen sauber und geordnet. Sobald die Fläche ausreichend kurz ist (der Rasen muss initial unter 7cm sein), arbeitet das Gerät sichtbar mit dem Fangkorb und sammelt das Material ein. Das wirkt in der Praxis zunächst spannend, weil das Gerät dadurch ein anderes Nutzungserlebnis bietet als klassische Mulchroboter.
Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass der N8 Platz braucht. Der hintere Aufbau mit Fangkorb macht ihn weniger wendig als kompakte Modelle und kleine Ecken sind nicht unbedingt seine Lieblingsdisziplin. Auch bei längerem Gras oder bei größeren Mengen Schnittgut muss man im Hinterkopf behalten, dass das Gerät nicht grenzenlos effizient arbeitet. In solchen Situationen ist der zusätzliche Nutzen des Fangkorbs zwar klar erkennbar, aber eben nicht völlig ohne Einschränkungen.
Ränder, Hindernisse und Steigungen
Gerade an den Rändern merkt man, dass der N8 eher für große und übersichtliche Flächen gebaut ist. Dort, wo wenig Platz ist oder präzises Rangieren gefragt ist, zeigt die Größe des Systems ihre Grenzen. Das ist nicht überraschend, aber wichtig für die Einordnung.
Bei der Hinderniserkennung liefert der N8 ein gemischtes Bild. Größere Objekte wie Hundespielzeug oder ein Gartenschlauch werden sauber erkannt und umfahren. Bei kleineren (unter 10cm) oder farblich unauffälligen Gegenständen wird es schwieriger, besonders wenn sich das Objekt optisch stark in den Rasen einfügt. Auch bei Steigungen macht der Roboter grundsätzlich einen ordentlichen Eindruck, was ihn für hügeligere Grundstücke interessanter macht.
Für wen der N8 gedacht ist
Der Anthbot N8 RTK ist kein typischer Allround-Mähroboter, sondern eher ein Spezialist mit klarer Richtung. Wer einen großen Garten hat, viel mit Laub oder anderem Schnittgut zu tun hat und ein System sucht, das nicht nur mulcht, sondern auch aufnehmen kann, bekommt hier ein sehr spezielles Konzept. Genau darin liegt die Stärke des Geräts.
Weniger passend ist der N8 für kleine, verwinkelte Gärten oder für Nutzer, die maximale Wendigkeit und ein möglichst kompaktes Gerät erwarten. Der Fangkorb braucht Platz, die Navigation will sauber eingerichtet sein und die ganze Lösung wirkt eher auf größere, klar strukturierte Flächen zugeschnitten. Wer genau diese Nische sucht, könnte hier aber sehr gut fündig werden.
Fazit
Unterm Strich ist der Anthbot N8 RTK ein spannender Mähroboter mit einem klaren Alleinstellungsmerkmal. Der Fangkorb macht aus dem Gerät mehr als nur einen klassischen Mäher und verschiebt den Fokus in Richtung Sammeln und Aufräumen. Das ist ungewöhnlich und in der richtigen Umgebung auch richtig sinnvoll.
Gleichzeitig bleibt der N8 ein Spezialgerät. Er braucht Platz, eine saubere Einrichtung und realistische Erwartungen. Für große Gärten mit Laub, Blüten oder regelmäßigem Schnittgut ist das Konzept allerdings sehr interessant und kann genau die Lücke füllen, die klassische Mähroboter oft offenlassen.


Schreibe einen Kommentar